Höher, schneller, weiter: Der Boom des Extremtourismus

    Anne Stickel
    Anne Stickel

    Die höchsten Gipfel, die tiefsten Ozeane und der weite Weltraum – die Sehnsucht nach Extremabenteuern bleibt ungebrochen, trotz aller Risiken.

    Wandern, Gipfel
    Einsamer Wanderer, grossartige Gipfel-Kulisse: Das Himalaya-Gebirge ist für manchen Bergsteiger ein echter (Alb-)Traum. - Depositphotos

    Die Welt bietet unzählige Herausforderungen, die den Entdeckergeist wecken. Ob eisige Gipfel oder unbekannte Tiefen – der Mensch strebt unaufhaltsam nach neuen Horizonten. Doch mit jedem Abenteuer steigt auch die Gefahr.

    Michael Brown, erfahrener Bergsteiger und Dokumentarfilmer, kennt die Faszination und die Risiken dieser Extremreisen. Für ihn ist das Bezwingen von Gipfeln eine Möglichkeit, Beziehungen zu stärken und die eigenen Grenzen auszuloten. Extreme Situationen, so glaubt er, offenbaren das wahre Wesen eines Menschen.

    Doch nicht nur Individualisten suchen diese Abenteuer. Der Trend hin zu Extremerlebnissen erfasst immer mehr Reisende. Selbst tragische Ereignisse wie das Titan-Unglück scheinen den ungebrochenen Boom des Extremtourismus nicht aufzuhalten.

    Abenteuerlust als Lebensgefühl

    Ob Bergsteigen, Tieftauchen oder ein Flug ins All: Trotz aller Risiken boomt der sogenannte Extremtourismus. Shannon Stowell, Präsidentin der Adventure Travel Trade Association (ATTA), führt dies auf eine gesteigerte Nachfrage nach individuellen Reiseerlebnissen zurück.

    Bunt Gebet Himmel Bergsteigen
    Bunte Gebetsfahnen: Viele Extremsportler kommen beim Bergsteigen auch dem Himmel ein Stück näher. - Unsplash

    Überlaufene Touristen-Locations seien out: Die Pandemie habe viele dazu gebracht, ihr Leben neu zu überdenken und Prioritäten zu setzen – einschliesslich ihrer Urlaubspläne.

    Ein Markt zwischen Risiko und Reiz

    Doch dann kam es zum Schockmoment: Im Juni ging das U-Boot Titan, das Touristen zur Wrackstätte der Titanic bringen sollte, verloren; alle fünf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Das Ereignis war ein Weckruf für die gesamte Branche und führte zu einer intensiven Diskussion über Sicherheitsstandards.

    Trotz des tragischen Unglücks ist das Interesse an Extremtourismus nicht zurückgegangen – im Gegenteil. Vor allem wohlhabende Reisende, die nach einmaligen Erlebnissen suchen, lassen sich davon nicht abschrecken.

    Risiko Tauchen Location Tourismus
    Risiko gefällig? Auch Tauchen gehört je nach Location eindeutig zum Abenteuer- bis Extrem-Tourismus. - Unsplash

    Laut einer Studie von «Grand View Research» wird der globale Markt für Abenteuertourismus bis 2030 jährlich um 15,2 Prozent wachsen.

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